Wenn einer eine Reise tut

Nach Reisen durch Europa, Süd-Ost-Asien und Australien stand ich am Gipfel des Mount Ngauruhoe in Neuseeland. Fernab von Österreich blickte ich am anderen Ende der Welt in eine endlose Weite - Freiheit pur. Das anfängliche Glücksgefühl wurde jedoch rasch von einer für mich entscheidenden Feststellung verdrängt: „Es ist irgendwie traurig, weit zu reisen um ferne Länder, Menschen & Kulturen zu entdecken, ohne dabei zuvor die eigene Heimat erkundet zu haben bzw. zu kennen!“

 

Einmal Österreich und zurück

Zu Hause angekommen, setzte ich diese Gedanken in ein eigenwilliges Dokumentarfilmprojekt um: Als Oberösterreicher, dem in Neuseeland bewusst wird, dass er noch nie in Vorarlberg oder im Burgenland war, fahre ich mit einem kleinen umgebauten Bus und einer Brillenkamera im Gepäck, quer durch`s ganze Land. Auf der Suche nach Österreich und seinen Menschen. Begleitet von heimatlicher Musik und modernen Klängen der „Sportfreunde Stiller“, die im Lied „Titel vom nächsten Kapitel“ passend zur Reise ständig nach dem „Und was kommt dann?“ fragen.

 

Menschen & Geschichten

Sind es für Touristen meist zahlreiche Sehenswürdigkeiten, die sie in einem Land sehen wollen, so sind es für mich neben den Naturschönheiten vor allem die Menschen, denen ich begegnen möchte.

 

Menschen wie du und ich, die mitten im Leben, in den verschiedensten Teilen Österreichs ein bisschen Zeit haben, um mir ihre Geschichte zu erzählen. Ich möchte wissen, wer sie sind, wie es ihnen geht und ob sie zufrieden sind, bei dem was sie tun und was sie sind.

 

Ein Bild von Österreich

All diese Begegnungen & Geschichten zeichnen ein Bild von einem Österreich und seinen Menschen, das bunter und interessanter ist, als viele vielleicht denken. Ein Bild voller unterschiedlicher Ansichten, Auffassungen, Meinungen, Neigungen, Interessen und Tätigkeiten. Subjektive Momentaufnahmen...

 

Dokumentarfilm-Projekt

Dieses Bild soll im Rahmen dieses Film-Projektes entstehen und so vielen Menschen wie möglich zugänglich gemacht werden. Es soll uns Österreich und seine Menschen zeigen. Ob unscheinbar, außergewöhnlich, unglaublich, interessant, oder eben ganz normal. Es soll dazu beitragen, Vorurteile zu widerlegen, indem wir Menschen mitunter anders gezeigt bekommen, als wir sie zugeordnet hätten.

 

Brillenkamera

Die verwendete Brille mit eingebauter Mini-Kamera ermöglicht es sämtliche Begegnungen möglichst natürlich und authentisch fest zu halten. Geschichten aus dem Leben, von Menschen, die man einfach spontan und ungeschminkt trifft, wahren ihre Echtheit nur bedingt, beim Einsatz von normalen Kameras. Durch den Einsatz der Brillenkamera als Stilmittel bleibt die natürliche Umgebung des Gesprächs besser erhalten und somit auch die Authentizität der Protagonisten bzw. der Gesprächspartner. Sämtliche Gesprächspartner werden über den Einsatz der Brillenkamera informiert, wodurch es sich NICHT um eine versteckte Kamera handelt.

 

"REISECKERS REISEN - Ein österreichisches Roadmovie" ist ein Projekt von und für Menschen, die nicht nur auf die Verpackung achten, sondern auch auf den Inhalt, mit dem Ziel mehr Offenheit und Toleranz zu fördern und ständig bestehende Vorurteile zumindest zu reduzieren....

 

Michael Reisecker, 2013